Freitag, 2. März 2012

21. Februar 2012


21.02.2012 - Erster Tag in Rumänien

Obwohl wir heute früh den Zug nach Galati verpasst haben, sind wir 16 Uhr doch noch heil angekommen nach 4 ½ Stunden stickiger Busfahrt. Den Bus haben wir auch gerade so noch bekommen, weil die Taxis spät dran waren. Zum Glück konnten Andreas und Donna, die zuerst losgefahren waren, den Busfahrer überreden, auf das zweite Taxi zu warten. Bukarest ist übrigens eine interessante aussehende Stadt und wird nicht um sonst Klein-Paris genannt, viele Gebäude sehen genauso aus wie in Paris. Dazwischen stehen große Überbleibsel der schlechteren Zeiten rum, die natürlich wesentlich weniger charmant wirken. Aber dafür wirkt es auch eben interessanter und nicht ganz so glatt wie Paris. Die Landschaft, die wir durchquert haben, liegt ganz in Schnee, es sieht echt zauberhaft aus. In Galati angekommen, haben uns dann Bartek aus Polen und ein Rumäne, Trian abgeholt.

Auf der Fahrt zum Hotel haben wir die Donau gesehen, halb eingefroren und dahinter ein paar Berge mit Bäumchen, das sah aus wie eine Zauberlandschaft in Puderzucker.

Ein netter Zug von den Projektleitern war es, mit dem Beginn der Aktivitäten auf unsere Ankunft zu warten. Eigentlich sollten die nämlich schon heute früh um 9 Uhr starten, aber des Teambuildings halber, hat man das verschoben. So konnten wir dann nach dem Essen Namensspiele machen und den Ablauf des Programms und seine Ziele besprechen. Generell geht es darum, eine Werbung für ökologisches Bewusstsein in Form einer Straßenaktion zu machen und natürlich auch um unsere persönliche Entwicklung, die Sprachkenntnisse (Englisch, und was man sonst noch so lernt), Kreativität, interkulturelle Kompetenzen, Freundschaften, Initiative ergreifen und so weiter. Wir haben auch Hoffnungen und Befürchtungen. Die Befürchtungen sollten wir erst auf Papier zusammentragen und dann zu einem Song verarbeiten. Beim meiner Gruppe ist der Refrain von „Sex Bomb“ verfremdet worden: „ Too much, too cold/ getting too sick/being tired/eating too much/people not involved“ und dann das ganze nochmal! Mal sehen, vielleicht gibt es ja davon eine Aufnahme. Danach gab es auch schon wieder Abendessen und Umweltwerbeclips in Englisch, damit wir ein bisschen Inspiration bekommen.

Die Leute hier (35 junge Menschen zwischen 18 und irgendwas aus Bulgarien, Italien, Polen, Griechenland, Zypern, Rumänien, Türkei) sind alle unheimlich nett und wir haben eine überdurchschnittliche Beteiligung gut aussehender Menschen. Es gibt auch ein Grüppchen Jungs – junge Männer, was sagt man denn dazu? – aus Polen, Griechenland und Rumänien, die immer über ihre eigenen Witze lachen, als wären sie verliebte Grundschulmädchen, macht aber Spaß dabie zuzusehen. Die meisten hier sind ziemlich lustig oder zumindest auf irgendeine andere Weise interessant, zum Beispiel Asia aus Polen, die mit mir auf einem Zimmer ist und mit mir immer ein Mischung aus Deutsch, Polnisch und Englisch spricht, oder einer der Griechin, dessen Mutter Deutsche ist, sein Vater Grieche, aber er studiert in Rumänien, mit dem ist es zum Beispiel ganz schön mal Deutsch zu reden. Die Polen, vom Gesicht her irgendwie offenkundig, die abwechselnd immer was zum Besten geben, was dich garantiert zum Lachen bringt, sind mir sehr symphatisch.

Die Zimmer sind übrigens ziemlich klein und eng und im Schrank ist für uns vier Mädchen gerade mal für unsere Jacken Platz, es gibt auch noch ein paar andere kleine Unstimmigkeiten bezüglich des Toilettenpapiers oder Handtüchern oder der Heizmethode, aber das ist eh alles nebensächlich. Das Essen ist ganz ok, also ist ja alles gut.

Jetzt muss ich noch zur ersten der kommenden Parties gehen, ab geht die Post!

20. Februar 2012

20.02.2012 – Auf nach Rumänien

Heute bin ich mit Andreas, Donna, Elisabeta und Charalambia zum Youth Exchange nach Rumänien abgereist. Meine perfekt gepackte Tasche mit allen Medikameten, Anziehsachen, die für mindestens 7 Schichten auf dem Körper und den nächsten Wintereinbruch reichen, habe ich mich mittels Bus auf den Weg gemacht. Pünktlich am Flughafen angekommen, habe ich als gewandte, sparsame Weltenbummlerin, natürlich erst dort bemerkt, dass ich den Online-Check-In vergessen habe, das hätte mir 10 Euro gespart. So ist das eben. Genauso wie mit dem Schlüssel eines Hotelzimmer, den ich erst nach 30 km Autobahn in meiner Hosentasche bemerkt habe. Professionell wie immer eben. Der Flug verlief glatt, die Landung war superweich. Bei -1°C haben meine Mitstreiter und ich versucht einen Bus zu finden, der uns in Richtung Hotel bringt, und das 22.30 Uhr. Zunächst kamen allerdings erstmal gefühlte 50 Taxifahrer (oder waren es vielleicht wirklich 50?), die uns eine Fahrt aufdrängen wollten, Buse gäbe es um die Zeit nicht mehr, und die Richtung wär auch falsch. Zum Glück war Gruppenleiter Andreas sehr überzeugt von seiner Internetrecherche, sodass wir dann nach Befragung einiger Busfahrer richtigerweise die Straßenseite gewechselt und auch einen Bus bekommen haben. Einfach unglaublich. Haben auch erstmal 20 Fotos gemacht. Wir beim Warten, wir mit den Taxifahrern, wir unter der Straßenlaterne, wir endlich auf der richtigen Straßenseite, wir im Bus, wir neben zugeschneiten Autos. Dabei dachte ich immer, die Japaner seien schlimm.
Nach einigen Verirrungen im abendlichen Bukarest und unbeabsichtigten Tapsern in tiefe Eiswasserpfützen haben wir auch unser Hostel für die erste Nacht gefunden. Das echt klasse ist. WG-Charakter, gemütlich, warm, Mehrbettzimmer, WLAN, Gemeinschaftskühlschrank, Frühstück, Waschmaschine, Bettzeug, ordentliches Bad und großer Gemeinschaftsraum in zentraler Lage mit guter Busanbindung. Für 9 Euro die Nacht. Ich mag die Stadt ja schon jetzt. Für alle, die mal nach Bukarest wollen, kann ich das nur empfehlen. Fehlt nur noch der Fön (kleiner Scherz am Rande). Die anderen haben sich noch mal auf den Weg gemacht, um in irgendeine Bar zu gehen, aber ich bin nach der Taschenrumschlepperei zu fertig, um da mitzumachen. Morgen müssen wir 9 Uhr mit dem Zug nach Galati fahren. Wie sie hier nicht alle in ihren Flip-Flops rumlaufen, unsere spanischen Mitbewohner. Das scheint wirklich was spanisches zu sein, Elena, die mal mit mir in Agros war hat das auch gemacht. Und Laura aus Spanien, die in Limassol EVS macht, hält’s genauso. Wer’s mag. Ich persönlich habe ja meine Biolatschen mitgebracht.^^


Soweit alles klar,

Eure Elisa

Dienstag, 21. Februar 2012

07.-12.02.2012

07.-12.02.2012 Midterm - Evaluation



Die Midterm - Evaluation. Ein wichtiges Ding im Leben eines EVS-lers. Da wird einem erstmal richtig klar, was man gelernt hat, was man noch schaffen will, wie man seine Situation einschätzt. Das war schon spannend, vor allem, das mit mit noch neun anderen gemeinsam zu machen. Außerdem ist das sehr hilfreich. Wir waren 5 Tage in Larnaca, jeder hatte ein eigenes großes Appartement mit Zweibettzimmer und Badwanne und Fernsehen, Kühlschrank und so weiter. Das Hotel war nicht so schön wie das Sterne-Hotel in Nikosia zum Anfangstreffen, das Wetter war weniger schön, ich war schon wieder krank, und die Volontäre in die Einzelkerker verbannt. Und ich persönlich fand das Essen nicht ganz soooo Bombe wie beim ersten Mal (außer den Nachtisch). Aber trotzdem war es dieses Mal viel schöner. Wir hatten untereinander ein viel bessere Verbindung, haben mehr zusammen gemacht und waren offener, das war richtig schön. Und ich hatte auch das Gefühl, dass das Training intensiver und effektiver war. Ich habe zwei neue Kartenspiele von Natacha, meiner Geheim-Freundin (ein Spiel) gelernt und wir haben Rumble-Fish geschaut und ich konnte meine in Agros erlernten Kartenspiele weitergeben. Wir haben von Anca aus Rumänien, die in Nikosia so wie Natacha ihr EVS macht eine Stunde Capoeira-Unterricht bekommen. Danach taten uns Untrainierten Faulsocken so dermaßen die Beine weh, und das 3 Tage lang, das war echt abartig, jedes Hinsetzen war eine Qual sondergleichen. Desweiteren konnte ich meine Origami-Lilien-Künste weiterreichen. Wir haben auch ein bisschen die Stadt erkundet.


St. Lazaruskirche in Larnaca

Das nennt man Humor.

Es war alles in allem sehr schön. Am letzten Abend haben waren wir noch in einer Karaokebar und haben uns die Stimme auus der Brust gegröhlt, oder aus dem Hals oder sonstwoher. Die anderen Leute im CLub haben sich schon fremdgeschämt. das war ja auch das schöne dran. Und dass es Spaß gemacht hat, wir haben "summer lovin" aus Grease und Pretty Woman zum Besten gegeben. Es gab auch einen Workshop für unsere Aufnahmeorganisationen und Neulings-Aufnahmeorganisationen, der wohl ganz gut gelaufen ist, dafür dass es der erste seiner Art auf Zypern war.


Da waren auch Eva und Loukas da, die dann mit mir auch am Sonntag nachhause gefahren sind. Nach 30 Kilometern auf der Autobahn habe ich dann gemerkt, dass ich meine Zimmerschlüssel noch hatte, ich bin ja so aufregend glorreich dumm. Naja, noch ein paar Hotelbesuche und ich habe das auch drauf.

Am Nachmittag sind wir dann mit ein paar Jugendlichen aus Agros zum Bowlen nac Limassol gefahren. Das an sich war ja relativ ereignislos, das Kuhle daran war, dass ich bei Giorgos im schwarzen Cabriolet mitfahren durfte, ein Erlebnis der besonderen Art. Beim nächsten Mal mache ich auch ein Foto davon. =)


Das war's für die Woche.

Neulich hat es auch mal abends geschneit und es ist bis zum nächsten Morgen lieben geblieben!



Elisaaar

20.02.2012

20. Februar 2012 - Bucuresti

Heute bin ich mit Anreas, Donna, Elisabeta und Charalambia zum Youth Exchange nach Rumänien abgereist. Meine perfekt gepackte Tasche mit allen Medikamten, Anziehsachen, die für mindestens 7 Schichten auf dem Körper und den nächsten Wintereinbruchn reichen, habe ich mich mittels Bus auf den Weg gemacht. Pünktlich am Flughafen angekommen, habe ich als gewandte, sparsame Weltenbummlerin, natürlich erst dort bemerkt, dass ich den Online-Check-In vergessen habe, das hätte mir 10 Euro gespart. So ist das eben. Genauso wie mit dem Schlüssel eines Hotelzimmer, den ich erst nach 30 km Autobahn in meiner Hosentasche bemerkt habe. Professionell wie immer eben. Der Flug verlief glatt, die Landung war superweich. Bei -1°C haben meine Mitstreiter und ich versucht einen Bus zu finden, der uns in Richtung Hotel bringt, und das 22.30 Uhr. Zunächst kamen allerdings erstmal gefühlte 50 Taxifahrer (oder waren es vielleicht wirklich 50?), die uns eine Fahrt aufdrängen wollten, Buse gäbe es um die Zeit nicht mehr, und die Richtung wär auch falsch. Zum Glück war Gruppenleiter Andreas sehr überzeugt von seiner Internetrecherche, sodass wir dann nach Befragung einiger Busfahrer richtigerweise die Straßenseite gewechselt und auch einen Bus bekommen haben. Einfach unglaublich. Haben auch erstmal 20 Fotos gemacht. Wir beim Warten, wir mit den Taxifahrern, wir unter der Straßenlaterne, wir endlich auf der richtigen Straßenseite, wir im Bus, wir neben zugeschneiten Autos. Dabei dachte ich immer, die Japaner seien schlimm. Nach einigen Verirrungen im abendlichen Bukarest und unbeabsichtigten Tapsern in tiefe Eiswasserpfützen haben wir auch unser HOstel für die erste Nacht gefunden. Das echt klasse ist. WG-Charakter, gemütlich, warm, Mehrbettzimmer, WLAN, Gemeinschaftskühlschrank, Frühstück, Waschmaschine, Bettzeug, ordentliches Bad und großer Gemeinschaftsraum in zentraler Lage mit guter Busanbindung. Für 9 Euro die Nacht. Ich mag die Stadt ja schon jetzt. Für alle, die mal nach Bukarest wollen, kann ich das nur empfehlen. Fehlt nur noch der Fön (kleiner Scherz am Rande). Die anderen haben sich noch mal auf den Weg gemacht, um in irgendeine Bar zu gehen, aber ich bin nach der Taschenrumschlepperei zu fertig, um da mitzumachen. Morgen müssen wir 9 Uhr mit dem Zug nach Galati fahren. Wie sie hier nicht alle in ihren Flip-Flops rumlaufen, unsere spanischen Mitbewohner. Das scheint wirklich was spanisches zu sein, Elena, die mal mit mir in Agros war hat das auch gemacht. Und Laura aus Spanien, die in Limassol EVS macht, hält’s genauso. Wer’s mag. Ich persönlich habe ja meine Biolatschen mitgebracht.^^

Übrigens gefällt mir Rumänisch sehr gut, mit diesem italienischen. Touch, aber doch östlichem Durchklang. Ja, das war jetzt übertrieben. Ist mir auch aufgefallen: Rumänisch klingt gut.

Was gibt es sonst noch neues? Meine brutale Lieblingsmaria im Kindergarten hat angefangen zu beißen und ihre Läuse leben immer noch. Weiß nicht, ob ich es shcon erzählt habe, aber vielleicht werde ich eine Jugendaustausch zwischen Zypern und Deutschland in Agros im Juli organisieren können zum Thema "Geteilte Länder teilen". Die Bewerbung für die Finanzierung (selbe Stelle, die auch mein EVS finanziert, um es grob zu erklären) ist schon abgeschickt.


Liebe Grüßels von Elisa

Mittwoch, 25. Januar 2012

17.01. bis 26.01.2012 - Regen und noch mehr Regen - und endlich mal Pläne

Hallöchen!

Was gibt es neues von mir?
Was mich diese und letze Woche ganz glücklich gemacht hat, war das Kinder mich jetzt richtig mit Namen rufen, und sogar die kleine schüchterne Angelina kam von ganz alleine an und wollte mit mir tanzen. Wenn ich hier weggehe, dann nehme ich diese ganzen süßen Schnuckelchen mit! Ab 1. Februar kommt auch Andreas Sohn Nikos in die Kindergrippe und er hat bei mir die äußerste Fürsorge beantragt.^^ Letzte Woche war noch richtig schönes Wetter, mit ganz viel Sonne, da habe ich einen langen Spaziergang gemacht und habe dabei den Staudamm von Agros entdeckt, ein ganz lauschiges Plätzchen an einer wenig befahrenen Straße mit Bänken und Kois im Teich. Habe dabei auch das Haus gefunden, dass später zu meinen weltweiten Ferienhäusern gehören wird, die ich ja schon seit der Fahrradtour mit Herrn Zimmer sammle (kleiner Insider).


wieder mal eine unbekannte Pflanze

der Staudamm

Das ist eine der für Zypern typischen Kirchen, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehören.

Donnerstag und Freitag war ich mal wieder krank, lag bestimmt am Essen, da ging es mir schon blöd. Aber ich habe ganz viel geschlafen und mich schön ausgeruht, sodass ich am Samstag dann zum Musikabend ins „Escape“ gehen konnte. Das Escape ist hier in Agros die Adresse für größere Feiern, auch mal für Disco oder ähnliches. Die Band, die gepspielt hat, mag ich wirklich gerne, obwohl das Schlagzeug vom Band kommt. Die covern gängige griechische und zypriotische Songs, Oldies und auch neuere Hits. Eva und Efstathia haben oft mitgesungen, mit Ärmchen in die Höhe und so, war richtig gute Laune da (lag sicher auch ein bisschen am Wein), einmal konnte ich sogar auch mitsingen (bei „An Eisai Ena Asteri“ von Nikos Vertis, heißt „Wenn du ein Stern wärst“, voll der Lof-Song) und Eva hat mit dem Finger auf mich gezeigt mit dem niedlichen Gesichtsausdruck, den sie immer hat, wenn sie etwas ganz außergewöhnlich findet. Später habe ich sogar getanzt, was ja schon mal ganz außergewöhnlich ist für mich.
Was weniger erfreulich ist, ist dass die zypriotische Nationalagentur es ablehnt, jemand neues nach Agros zu holen, was ich echt blöd finde. Mittlerweile haben schon 5 Freiwillige Zypern verlassen aus persönlichen Gründen, weil sie Probleme mit ihren Projekten hatten (die mal bei den Freiwilligen selber, mal an den Organisationen lagen). Das ist natürlich problematisch und macht keinen guten Eindruck, aber vor allem ist es schade, denn beim Halbzeittreffen der Volontäre vom 7. bis 12. Februar in Larnaka werden wir dann ein kleines Häufchen sein. Jetzt geht es auch langsam wieder los mit den ganzen Aktionen, weil ja im Februar die Karnevalszeit anbricht. Da muss ich die faschingsfeier für Kleinen mit vorbereiten und am 5. Februar machen wir eine Safari (Ziel noch unbekannt), das meint Autofahren durch Natur mit Essen und eventuell ein bisschen Abenteuer. Uuund am Ende Februar fahre ich zu einem Training Course nach Rumänien mit Leuten von hier. Uuund im Mai nach Thessaloniki für einen Youth Exchange. Also habe ich jetzt schon eine ganze Menge vor.
Am Sonntagabend haben wir noch einen Ausflug ins Troodosgebirge gemacht und dort im Hotel einen Kaffee getrunken, und es war echt abenteuerlich, dorthin zu fahren. Schnee und Matsch auf den Straßen und ganz oben sieht es aus wie tiefster Winter im Allgäu, richtig schön viel Schnee.


Auf dem Weg dorthin hat mir Giorgos im Auto erzählt, dass die große Kirche in Agros etwa 200 Jahre alt ist und dass sogar sein Urgroßvater an ihr mitgebaut hat. Die Ecksteine, so sagt er, stammen aus einer höheren Region des Troodosgebirges, etwa 45 km weit weg von Agros. Und als die Kirche gebaut wurde, schleppten die Arbeiter die Steine jeden Tag von der Stelle, wo sie abgebaut wurden, bis zu einem Treffpunkt in der Mitte des Weges nach Agros, wo dann schon andere Arbeiter getroffen haben, die Essen brachten und die Ecksteine übernommen haben. Ein ganz schön langer Weg, wa?
Gestern habe ich zum Zeitvertreib mal wieder gebacken, Joghurt-Schnecken, einmal mit Äpfeln und Rosinen und einmal mit Rosinen und Walnuss. Gaaaanz lecker, hat allen gut geschmeckt und Eva hat gesagt, wenn wir mal wieder ein Event haben oder irgendwie Spenden sammeln, dann machen wir die. Ich werde noch zur Backfee. =)


Wenn ich zurück nach Deutschland komme, mache ich erst mal eine Backparty.


Liebe Grüße


Elisa


Dienstag, 17. Januar 2012

16. Januar 2012

16. Januar 2012 – Sowas passiert, wenn man gaaaanz lange nichts mehr schreibt!

Freunde!

Ich weiß, es ist desaströs, dass ich nun schon über einen Monat nichts mehr geschrieben habe und momentan bin ich damit beschäftigt, den letzten Monat in Textform mit Fotos zu rekonstruieren - wie immer! Es ist eben nicht einfach! Und ich fühle mich auch ganz schlecht, weil ich ja auch viele Dinge zu berichten habe, die den kulturellen Horizont erweitern. Damit ihr nicht bis nächstes Jahr auf ein bisschen Bildung warten müsst, bis ihr mal wieder was von mir hört, gibt es ein paar kleine Schmankerl von heute, die mit Bildung allerdings doch irgendwie nichts zu tun haben.

Hab gedacht, heute gehe ich kaputt. Ich immer übermüdet. Wie immer zu spät ins Bett und zu früh (jetzt dürft ihr alle neidisch sein: 7.30 Uhr) aufgestanden, wobei das 10°C kalte Zimmer sicherlich das schlimmste daran ist. Also müde. Alles in Ordnung bis zum Frühstück (bis auf das ständige Völlegefühl, dass sich nicht mal mit Activia beseitigen lassen würde, denn: Bauch dick von Essen und Süßigkeiten). Dann kommt Kostaki (Profil: ca. 85, verwirrt und immerfort auf den Beinen) und fängt an, alle Vorhänge zuzuziehen, weil sie abends in seinem Laden früher auch immer alles geschlossen und verbarrikadiert haben. Beim Mittagessen: Kostaki legt sich auf den Boden, ich denke, dass das jetzt bestimmt folgerichtig das Insbettgehen ist, aber es war doch das schwache Knie. Nebenbei wischt sich die alte Dame, der ich gerade Essen reiche, mit der Gardine den Mund ab. Den hat sie sich vorher aufgrund eigenmächtigen Breilöffelns vollgeschmiert. Um die Sache zu krönen rutscht sie gerade als ich es bemerke, ihren Rollstuhl runter. Ich denke nur noch – Oh Mann, das ist ein Tag. Ansonsten relativ normal. Griechischunterricht: erster Test zum dritten Mal verschoben auf Freitag. Ich bin immer noch die Grammatikkönigin, zumindest in meinem Kurs. Pilateskurs gab es heute auch wieder, der war letztes Mal ausgefallen, weil es im Sportzentrum zu kalt war.

Das Wetter: Unglaublich viel Regen mit Untergangsstimmung wechselt sich ab mit unglaublich blauem Himmel. So fetten Regen habe ich noch nie erlebt. Manchmal, denke ich, dass das Dach gleich einstürzen muss. Gestern war es wieder ganz dramatisch. Im hügeligen Bergdorf bilden sich Flüsse, sodass es praktisch unmöglich ist, mit trockenen Füßen irgendwo hinzugelangen, es sei denn man trüge Gummistiefel.

Ansonsten: Neues Mädchen ausgesucht, weil Shiva und Elena endgültig wieder in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind. Die Neuline ist 21, kommt aus Frankreich und heißt Amandine, wann sie kommt, das weiß ich noch nicht aber ich setze schon mal große Hoffnungen in sie, denn zu zweit kann man einfach mehr machen. Außerdem: Zimmer gewechselt. Bin jetzt in Shivas altem Zimmer und habe eine Meeeega-Fotowand gemacht, Foto kommt später. Desweiteren: Habe Oooohrringe bekommen von meiner lieben Mentorin Eva. Am Wochenende im Troodosgebirge gewesen und ich sage euch: Da liegt Schnee wie im Düüüüringer Wald. Hab mir schon die Mietpreise Schlitten und Skier rausgesucht. Übrigens: Wenn hier in der Bergregion Schnee fällt, dann gibt es in den Schulen Schneefrei, weil die Lehrer nicht zur Schule kommen können. Klingt einerseits blöd, aber wenn ihr einmal hier so manche Zufahrtsstraßen gesehen habt, dann kann man dafür glatt Verständnis haben. Bei Gelegenheit mache ich mal ein Foto.

Das war’s erstmal, bald wieder mehr von mir,

Eure Elisa

Dienstag, 6. Dezember 2011

28. November bis 05. Dezember 2011

28. November bis 05. Dezember 2011 – Immernoch niemand zum Badmintonspielen

Hallo liebe Freunde dieses Mega – Blogs,

Auf Arbeit ist die letzte Woche nichts Besonderes passiert. Interessant war vielleicht, dass ich jetzt ein Rezept für Kefteli habe, das sind in Öl frittierte Hackbällchen, wo viiiiel glatte Petersilie drinne ist, die ich ja so gerne mag. Außerdem durfte ich am letzten Freitag zusammen mit Fanoula den Plastikweihnachtsbaum im Altersheim schmücken. Plastikbaum erstens, weil weniger Dreck, zweitens, auf Dauer billiger, drittens, nicht genug Bäume auf Zypern. Große Verwunderung, als ich sagte, dass es Nadelbaumplantagen in Deutschland gibt, und dass viele Leute jedes einen echten Baum kaufen. Immerhin weiß ich jetzt, dass ein Plastikbaum mindestens genauso, wenn nicht noch mehr die zarte Haut schindet als eine echte Tanne.

Weihnachtsbäume werden hier ziemlich überladen und meistens auch ziemlich kitschig, aber diese Überportion kann ich vertragen, denn bei Es uns zu Hause ist nicht viel los mit Weihnachten. Unsere Nachbarin von unten, hat zwar ihre Leuchtkette auch um unseren Zaun drumrumgewickelt, aber im Haus selbst herrscht die weihnachtliche tote Hose. Ich habe versucht das zu beheben, mittels Papiersternchen und Papierschneeflöckchen, die eindeutig noch mehr Genossen brauchen, aber auch all das ist nur halbwegs charmant, da es auch kein Glitzerpapier gibt oder sowas in der Art oder was weihnachtliches. Und mit Wasserfarben ist es auch nur – naja, ich habe mir Mühe gegeben. Immerhin habe ich den schönen Origami-Stern hinbekommen, den Fröbelstern lasse ich lieber sein, das macht mich nur aggressiv.

Was gibt es noch neues? Elena und Shiva gehen bald nachhause, ihr Flug geht am 16. Dezember. Elena vorerst für Weihnachtsferien und Shiva geht endgültig zurück nach Jordanien. Das heißt, ich werde eine Woche alleine sein und dann kommt mein zauberhafter Freund. Für Silvester haben wir sogar schon eine Einladung bei Giorgos und Nikolas Familienfeier bekommen.

Außerdem: Endlich fangen die Griechisch-Stunden an. Wir haben immer am Montag und am Freitag von 15 Uhr bis 16.30 Uhr Unterricht mit einer größeren Gruppe, die zum Großteil aus Rumänen besteht, aber auch eine Polin und zwei Australier beinhaltet. Einige von denen können schon besser als ich Griechisch, aber es gibt auch einige, die konnten bis heute noch gar nichts, außer Yeia sou und Yeia sas. Wir fangen beim „Urschleim“ an, was meint, Alphabet und „ich heiße, du heißt, er heißt, ich komme aus, er kommt aus, Zypern ist in Europa, usw“. Ich hätte zwar gerne schon ein bisschen mehr gemacht, weil ich ja dank meines super Sprachführers von – und er hat Werbung verdient – Langenscheidt und meiner zahlreichen Griechischlehrer für alle Gelegenheiten, schon relativ viel weiß, nur an der Sprachpraxis mangelt es. Aber so kann ich immerhin das, was ich schon gelernt habe wiederholen und üben, vor allem das Sprechen kann ich üben, weil unsere Lehrerin im Unterricht oft will, dass wir so kleine Dialoge machen.

Ich kann jetzt endlich auch mit meinem Mosaik anfangen, die bestellten Steinchen und der Kleber sind angekommen, bezahlt und die ersten auch schon auf das endlich passgenaue 22x22cm Quadrat aufgeklebt. Es wird schwarz-weiß in der Mitte und die Kante rot – rosa – rot.

Am Freitagabend haben wir bei uns einen DVD-Abend gemacht: Sherlock Holmes komplett auf Englisch mit Birnenkuchen und Chips. Vorher haben wir noch schnell das Wohnzimmer umgeräumt, weil es von Eva und Marios für kinoungeeignet befunden wurde. Und wenn Eva hat noch anderen Ideen gehabt, wie man das Zimmer überhaupt umräumen könnte, damit alles viel besser ist, aber das machen wir, wenn die anderen beiden Mädchen weg sind.

Noch was Schönes: Tagsüber ist es wunderbar sonnig und warm bis zu 20° Celsius. Allerdings geht es nachts trotdzem runter auf 2° Celsius. Am Samstag zum Beispiel war es nachts um eins so kalt, dass der Boden teilweise gefroren war, sodass Giorgos elegant auf den Hintern gerutscht ist. Dass ich um die Zeit noch unterwegs war kam so: Am Samstagabend war ich auf einer Gemeindeveranstaltung von Agros im Rodon-Hotel. Da war schon echt was los, also 200 Leute, von denen sich die meisten wirklich schick gemacht haben, es gab ein lecker Buffett, eine gute Live-Band mit griechischen/zypriotischen Coversongs und ein paar Reden über die nächsten Gemeindewahlen. Und irgendwo da zwischendurch ging Loukas nach vorne und hat mit einem von den Moderatoren gesprochen und deutete ein paar Mal mit dem Kopf auf mich und ich dachte mir nur „Oooooh Maaann…“. Bevor wir dort hingegangen sind, hab ich nämlich noch mit Loukas ein paar Sätze auf Griechisch vorbereitet, wer ich bin, wo ich herkomme, was ich in Agros mache, wie lange ich schon da bin, wie lange ich noch bleibe und dass ich Agros und Zypern mag und mich freue, hier zu sein. Allerdings dachte ich, dass wäre nur so für kleine Konversationen gedacht. Dementsprechend aufgeregt war ich dann auch, als dann irgendwann das Zeichen kam, dass ich jetzt an der Reihe bin, da war es auch schon zu spät, weil Loukas meinen Namen durch das Mikrofon schon verkündet hatte, also nichts mehr mit auf Toilette verstecken. Lustigerweise habe ich vorher noch eine griechische Redensart gelernt, „stin kokini pempti“, was so viel heißt wie „am roten Donnerstag“, was wiederum sovie heißt wie „NIEMALS!“. Das konnte ich natürlich sofort anwenden, als Nikolas sagte, er hätte gehört, dass ich eine kleine Rede halten würde. Im Endeffekt ist alles gut gegangen, ich hatte nur einen Aussprachefehler.

Später am Abend wurde noch viel getanzt und geplaudert, wie das hier so üblich ist. Und wiedermal hat es mich beeindruckt, wie gut die zypriotischen Wesen männlichen Geschlechts tanzen können, so richtig mit Hüft – und Armbewegungen, die nach Tanz aussehen, egal ob jung oder alt. Natürlich auch die Weibchen.

Das war leider auch schon alles, was mir zu letzter Woche noch eingefallen ist. Ansonsten warte ich sehnsüchtigst auf mein Nikolauspaket. Das heißt, heute gibt’s nichts in meinem Schuh. =( Aber das hole ich morgen nach.

UND: Es gibt immernoch niemanden zum Badmintonspielen, weil die Zyprioten zu beschäftigt sind, und meine Mitbewohnerinnen zu unmotiviert. -.-

Liebe Grüße,

Elisa