Dienstag, 21. Februar 2012

07.-12.02.2012

07.-12.02.2012 Midterm - Evaluation



Die Midterm - Evaluation. Ein wichtiges Ding im Leben eines EVS-lers. Da wird einem erstmal richtig klar, was man gelernt hat, was man noch schaffen will, wie man seine Situation einschätzt. Das war schon spannend, vor allem, das mit mit noch neun anderen gemeinsam zu machen. Außerdem ist das sehr hilfreich. Wir waren 5 Tage in Larnaca, jeder hatte ein eigenes großes Appartement mit Zweibettzimmer und Badwanne und Fernsehen, Kühlschrank und so weiter. Das Hotel war nicht so schön wie das Sterne-Hotel in Nikosia zum Anfangstreffen, das Wetter war weniger schön, ich war schon wieder krank, und die Volontäre in die Einzelkerker verbannt. Und ich persönlich fand das Essen nicht ganz soooo Bombe wie beim ersten Mal (außer den Nachtisch). Aber trotzdem war es dieses Mal viel schöner. Wir hatten untereinander ein viel bessere Verbindung, haben mehr zusammen gemacht und waren offener, das war richtig schön. Und ich hatte auch das Gefühl, dass das Training intensiver und effektiver war. Ich habe zwei neue Kartenspiele von Natacha, meiner Geheim-Freundin (ein Spiel) gelernt und wir haben Rumble-Fish geschaut und ich konnte meine in Agros erlernten Kartenspiele weitergeben. Wir haben von Anca aus Rumänien, die in Nikosia so wie Natacha ihr EVS macht eine Stunde Capoeira-Unterricht bekommen. Danach taten uns Untrainierten Faulsocken so dermaßen die Beine weh, und das 3 Tage lang, das war echt abartig, jedes Hinsetzen war eine Qual sondergleichen. Desweiteren konnte ich meine Origami-Lilien-Künste weiterreichen. Wir haben auch ein bisschen die Stadt erkundet.


St. Lazaruskirche in Larnaca

Das nennt man Humor.

Es war alles in allem sehr schön. Am letzten Abend haben waren wir noch in einer Karaokebar und haben uns die Stimme auus der Brust gegröhlt, oder aus dem Hals oder sonstwoher. Die anderen Leute im CLub haben sich schon fremdgeschämt. das war ja auch das schöne dran. Und dass es Spaß gemacht hat, wir haben "summer lovin" aus Grease und Pretty Woman zum Besten gegeben. Es gab auch einen Workshop für unsere Aufnahmeorganisationen und Neulings-Aufnahmeorganisationen, der wohl ganz gut gelaufen ist, dafür dass es der erste seiner Art auf Zypern war.


Da waren auch Eva und Loukas da, die dann mit mir auch am Sonntag nachhause gefahren sind. Nach 30 Kilometern auf der Autobahn habe ich dann gemerkt, dass ich meine Zimmerschlüssel noch hatte, ich bin ja so aufregend glorreich dumm. Naja, noch ein paar Hotelbesuche und ich habe das auch drauf.

Am Nachmittag sind wir dann mit ein paar Jugendlichen aus Agros zum Bowlen nac Limassol gefahren. Das an sich war ja relativ ereignislos, das Kuhle daran war, dass ich bei Giorgos im schwarzen Cabriolet mitfahren durfte, ein Erlebnis der besonderen Art. Beim nächsten Mal mache ich auch ein Foto davon. =)


Das war's für die Woche.

Neulich hat es auch mal abends geschneit und es ist bis zum nächsten Morgen lieben geblieben!



Elisaaar

20.02.2012

20. Februar 2012 - Bucuresti

Heute bin ich mit Anreas, Donna, Elisabeta und Charalambia zum Youth Exchange nach Rumänien abgereist. Meine perfekt gepackte Tasche mit allen Medikamten, Anziehsachen, die für mindestens 7 Schichten auf dem Körper und den nächsten Wintereinbruchn reichen, habe ich mich mittels Bus auf den Weg gemacht. Pünktlich am Flughafen angekommen, habe ich als gewandte, sparsame Weltenbummlerin, natürlich erst dort bemerkt, dass ich den Online-Check-In vergessen habe, das hätte mir 10 Euro gespart. So ist das eben. Genauso wie mit dem Schlüssel eines Hotelzimmer, den ich erst nach 30 km Autobahn in meiner Hosentasche bemerkt habe. Professionell wie immer eben. Der Flug verlief glatt, die Landung war superweich. Bei -1°C haben meine Mitstreiter und ich versucht einen Bus zu finden, der uns in Richtung Hotel bringt, und das 22.30 Uhr. Zunächst kamen allerdings erstmal gefühlte 50 Taxifahrer (oder waren es vielleicht wirklich 50?), die uns eine Fahrt aufdrängen wollten, Buse gäbe es um die Zeit nicht mehr, und die Richtung wär auch falsch. Zum Glück war Gruppenleiter Andreas sehr überzeugt von seiner Internetrecherche, sodass wir dann nach Befragung einiger Busfahrer richtigerweise die Straßenseite gewechselt und auch einen Bus bekommen haben. Einfach unglaublich. Haben auch erstmal 20 Fotos gemacht. Wir beim Warten, wir mit den Taxifahrern, wir unter der Straßenlaterne, wir endlich auf der richtigen Straßenseite, wir im Bus, wir neben zugeschneiten Autos. Dabei dachte ich immer, die Japaner seien schlimm. Nach einigen Verirrungen im abendlichen Bukarest und unbeabsichtigten Tapsern in tiefe Eiswasserpfützen haben wir auch unser HOstel für die erste Nacht gefunden. Das echt klasse ist. WG-Charakter, gemütlich, warm, Mehrbettzimmer, WLAN, Gemeinschaftskühlschrank, Frühstück, Waschmaschine, Bettzeug, ordentliches Bad und großer Gemeinschaftsraum in zentraler Lage mit guter Busanbindung. Für 9 Euro die Nacht. Ich mag die Stadt ja schon jetzt. Für alle, die mal nach Bukarest wollen, kann ich das nur empfehlen. Fehlt nur noch der Fön (kleiner Scherz am Rande). Die anderen haben sich noch mal auf den Weg gemacht, um in irgendeine Bar zu gehen, aber ich bin nach der Taschenrumschlepperei zu fertig, um da mitzumachen. Morgen müssen wir 9 Uhr mit dem Zug nach Galati fahren. Wie sie hier nicht alle in ihren Flip-Flops rumlaufen, unsere spanischen Mitbewohner. Das scheint wirklich was spanisches zu sein, Elena, die mal mit mir in Agros war hat das auch gemacht. Und Laura aus Spanien, die in Limassol EVS macht, hält’s genauso. Wer’s mag. Ich persönlich habe ja meine Biolatschen mitgebracht.^^

Übrigens gefällt mir Rumänisch sehr gut, mit diesem italienischen. Touch, aber doch östlichem Durchklang. Ja, das war jetzt übertrieben. Ist mir auch aufgefallen: Rumänisch klingt gut.

Was gibt es sonst noch neues? Meine brutale Lieblingsmaria im Kindergarten hat angefangen zu beißen und ihre Läuse leben immer noch. Weiß nicht, ob ich es shcon erzählt habe, aber vielleicht werde ich eine Jugendaustausch zwischen Zypern und Deutschland in Agros im Juli organisieren können zum Thema "Geteilte Länder teilen". Die Bewerbung für die Finanzierung (selbe Stelle, die auch mein EVS finanziert, um es grob zu erklären) ist schon abgeschickt.


Liebe Grüßels von Elisa

Mittwoch, 25. Januar 2012

17.01. bis 26.01.2012 - Regen und noch mehr Regen - und endlich mal Pläne

Hallöchen!

Was gibt es neues von mir?
Was mich diese und letze Woche ganz glücklich gemacht hat, war das Kinder mich jetzt richtig mit Namen rufen, und sogar die kleine schüchterne Angelina kam von ganz alleine an und wollte mit mir tanzen. Wenn ich hier weggehe, dann nehme ich diese ganzen süßen Schnuckelchen mit! Ab 1. Februar kommt auch Andreas Sohn Nikos in die Kindergrippe und er hat bei mir die äußerste Fürsorge beantragt.^^ Letzte Woche war noch richtig schönes Wetter, mit ganz viel Sonne, da habe ich einen langen Spaziergang gemacht und habe dabei den Staudamm von Agros entdeckt, ein ganz lauschiges Plätzchen an einer wenig befahrenen Straße mit Bänken und Kois im Teich. Habe dabei auch das Haus gefunden, dass später zu meinen weltweiten Ferienhäusern gehören wird, die ich ja schon seit der Fahrradtour mit Herrn Zimmer sammle (kleiner Insider).


wieder mal eine unbekannte Pflanze

der Staudamm

Das ist eine der für Zypern typischen Kirchen, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehören.

Donnerstag und Freitag war ich mal wieder krank, lag bestimmt am Essen, da ging es mir schon blöd. Aber ich habe ganz viel geschlafen und mich schön ausgeruht, sodass ich am Samstag dann zum Musikabend ins „Escape“ gehen konnte. Das Escape ist hier in Agros die Adresse für größere Feiern, auch mal für Disco oder ähnliches. Die Band, die gepspielt hat, mag ich wirklich gerne, obwohl das Schlagzeug vom Band kommt. Die covern gängige griechische und zypriotische Songs, Oldies und auch neuere Hits. Eva und Efstathia haben oft mitgesungen, mit Ärmchen in die Höhe und so, war richtig gute Laune da (lag sicher auch ein bisschen am Wein), einmal konnte ich sogar auch mitsingen (bei „An Eisai Ena Asteri“ von Nikos Vertis, heißt „Wenn du ein Stern wärst“, voll der Lof-Song) und Eva hat mit dem Finger auf mich gezeigt mit dem niedlichen Gesichtsausdruck, den sie immer hat, wenn sie etwas ganz außergewöhnlich findet. Später habe ich sogar getanzt, was ja schon mal ganz außergewöhnlich ist für mich.
Was weniger erfreulich ist, ist dass die zypriotische Nationalagentur es ablehnt, jemand neues nach Agros zu holen, was ich echt blöd finde. Mittlerweile haben schon 5 Freiwillige Zypern verlassen aus persönlichen Gründen, weil sie Probleme mit ihren Projekten hatten (die mal bei den Freiwilligen selber, mal an den Organisationen lagen). Das ist natürlich problematisch und macht keinen guten Eindruck, aber vor allem ist es schade, denn beim Halbzeittreffen der Volontäre vom 7. bis 12. Februar in Larnaka werden wir dann ein kleines Häufchen sein. Jetzt geht es auch langsam wieder los mit den ganzen Aktionen, weil ja im Februar die Karnevalszeit anbricht. Da muss ich die faschingsfeier für Kleinen mit vorbereiten und am 5. Februar machen wir eine Safari (Ziel noch unbekannt), das meint Autofahren durch Natur mit Essen und eventuell ein bisschen Abenteuer. Uuund am Ende Februar fahre ich zu einem Training Course nach Rumänien mit Leuten von hier. Uuund im Mai nach Thessaloniki für einen Youth Exchange. Also habe ich jetzt schon eine ganze Menge vor.
Am Sonntagabend haben wir noch einen Ausflug ins Troodosgebirge gemacht und dort im Hotel einen Kaffee getrunken, und es war echt abenteuerlich, dorthin zu fahren. Schnee und Matsch auf den Straßen und ganz oben sieht es aus wie tiefster Winter im Allgäu, richtig schön viel Schnee.


Auf dem Weg dorthin hat mir Giorgos im Auto erzählt, dass die große Kirche in Agros etwa 200 Jahre alt ist und dass sogar sein Urgroßvater an ihr mitgebaut hat. Die Ecksteine, so sagt er, stammen aus einer höheren Region des Troodosgebirges, etwa 45 km weit weg von Agros. Und als die Kirche gebaut wurde, schleppten die Arbeiter die Steine jeden Tag von der Stelle, wo sie abgebaut wurden, bis zu einem Treffpunkt in der Mitte des Weges nach Agros, wo dann schon andere Arbeiter getroffen haben, die Essen brachten und die Ecksteine übernommen haben. Ein ganz schön langer Weg, wa?
Gestern habe ich zum Zeitvertreib mal wieder gebacken, Joghurt-Schnecken, einmal mit Äpfeln und Rosinen und einmal mit Rosinen und Walnuss. Gaaaanz lecker, hat allen gut geschmeckt und Eva hat gesagt, wenn wir mal wieder ein Event haben oder irgendwie Spenden sammeln, dann machen wir die. Ich werde noch zur Backfee. =)


Wenn ich zurück nach Deutschland komme, mache ich erst mal eine Backparty.


Liebe Grüße


Elisa


Dienstag, 17. Januar 2012

16. Januar 2012

16. Januar 2012 – Sowas passiert, wenn man gaaaanz lange nichts mehr schreibt!

Freunde!

Ich weiß, es ist desaströs, dass ich nun schon über einen Monat nichts mehr geschrieben habe und momentan bin ich damit beschäftigt, den letzten Monat in Textform mit Fotos zu rekonstruieren - wie immer! Es ist eben nicht einfach! Und ich fühle mich auch ganz schlecht, weil ich ja auch viele Dinge zu berichten habe, die den kulturellen Horizont erweitern. Damit ihr nicht bis nächstes Jahr auf ein bisschen Bildung warten müsst, bis ihr mal wieder was von mir hört, gibt es ein paar kleine Schmankerl von heute, die mit Bildung allerdings doch irgendwie nichts zu tun haben.

Hab gedacht, heute gehe ich kaputt. Ich immer übermüdet. Wie immer zu spät ins Bett und zu früh (jetzt dürft ihr alle neidisch sein: 7.30 Uhr) aufgestanden, wobei das 10°C kalte Zimmer sicherlich das schlimmste daran ist. Also müde. Alles in Ordnung bis zum Frühstück (bis auf das ständige Völlegefühl, dass sich nicht mal mit Activia beseitigen lassen würde, denn: Bauch dick von Essen und Süßigkeiten). Dann kommt Kostaki (Profil: ca. 85, verwirrt und immerfort auf den Beinen) und fängt an, alle Vorhänge zuzuziehen, weil sie abends in seinem Laden früher auch immer alles geschlossen und verbarrikadiert haben. Beim Mittagessen: Kostaki legt sich auf den Boden, ich denke, dass das jetzt bestimmt folgerichtig das Insbettgehen ist, aber es war doch das schwache Knie. Nebenbei wischt sich die alte Dame, der ich gerade Essen reiche, mit der Gardine den Mund ab. Den hat sie sich vorher aufgrund eigenmächtigen Breilöffelns vollgeschmiert. Um die Sache zu krönen rutscht sie gerade als ich es bemerke, ihren Rollstuhl runter. Ich denke nur noch – Oh Mann, das ist ein Tag. Ansonsten relativ normal. Griechischunterricht: erster Test zum dritten Mal verschoben auf Freitag. Ich bin immer noch die Grammatikkönigin, zumindest in meinem Kurs. Pilateskurs gab es heute auch wieder, der war letztes Mal ausgefallen, weil es im Sportzentrum zu kalt war.

Das Wetter: Unglaublich viel Regen mit Untergangsstimmung wechselt sich ab mit unglaublich blauem Himmel. So fetten Regen habe ich noch nie erlebt. Manchmal, denke ich, dass das Dach gleich einstürzen muss. Gestern war es wieder ganz dramatisch. Im hügeligen Bergdorf bilden sich Flüsse, sodass es praktisch unmöglich ist, mit trockenen Füßen irgendwo hinzugelangen, es sei denn man trüge Gummistiefel.

Ansonsten: Neues Mädchen ausgesucht, weil Shiva und Elena endgültig wieder in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind. Die Neuline ist 21, kommt aus Frankreich und heißt Amandine, wann sie kommt, das weiß ich noch nicht aber ich setze schon mal große Hoffnungen in sie, denn zu zweit kann man einfach mehr machen. Außerdem: Zimmer gewechselt. Bin jetzt in Shivas altem Zimmer und habe eine Meeeega-Fotowand gemacht, Foto kommt später. Desweiteren: Habe Oooohrringe bekommen von meiner lieben Mentorin Eva. Am Wochenende im Troodosgebirge gewesen und ich sage euch: Da liegt Schnee wie im Düüüüringer Wald. Hab mir schon die Mietpreise Schlitten und Skier rausgesucht. Übrigens: Wenn hier in der Bergregion Schnee fällt, dann gibt es in den Schulen Schneefrei, weil die Lehrer nicht zur Schule kommen können. Klingt einerseits blöd, aber wenn ihr einmal hier so manche Zufahrtsstraßen gesehen habt, dann kann man dafür glatt Verständnis haben. Bei Gelegenheit mache ich mal ein Foto.

Das war’s erstmal, bald wieder mehr von mir,

Eure Elisa

Dienstag, 6. Dezember 2011

28. November bis 05. Dezember 2011

28. November bis 05. Dezember 2011 – Immernoch niemand zum Badmintonspielen

Hallo liebe Freunde dieses Mega – Blogs,

Auf Arbeit ist die letzte Woche nichts Besonderes passiert. Interessant war vielleicht, dass ich jetzt ein Rezept für Kefteli habe, das sind in Öl frittierte Hackbällchen, wo viiiiel glatte Petersilie drinne ist, die ich ja so gerne mag. Außerdem durfte ich am letzten Freitag zusammen mit Fanoula den Plastikweihnachtsbaum im Altersheim schmücken. Plastikbaum erstens, weil weniger Dreck, zweitens, auf Dauer billiger, drittens, nicht genug Bäume auf Zypern. Große Verwunderung, als ich sagte, dass es Nadelbaumplantagen in Deutschland gibt, und dass viele Leute jedes einen echten Baum kaufen. Immerhin weiß ich jetzt, dass ein Plastikbaum mindestens genauso, wenn nicht noch mehr die zarte Haut schindet als eine echte Tanne.

Weihnachtsbäume werden hier ziemlich überladen und meistens auch ziemlich kitschig, aber diese Überportion kann ich vertragen, denn bei Es uns zu Hause ist nicht viel los mit Weihnachten. Unsere Nachbarin von unten, hat zwar ihre Leuchtkette auch um unseren Zaun drumrumgewickelt, aber im Haus selbst herrscht die weihnachtliche tote Hose. Ich habe versucht das zu beheben, mittels Papiersternchen und Papierschneeflöckchen, die eindeutig noch mehr Genossen brauchen, aber auch all das ist nur halbwegs charmant, da es auch kein Glitzerpapier gibt oder sowas in der Art oder was weihnachtliches. Und mit Wasserfarben ist es auch nur – naja, ich habe mir Mühe gegeben. Immerhin habe ich den schönen Origami-Stern hinbekommen, den Fröbelstern lasse ich lieber sein, das macht mich nur aggressiv.

Was gibt es noch neues? Elena und Shiva gehen bald nachhause, ihr Flug geht am 16. Dezember. Elena vorerst für Weihnachtsferien und Shiva geht endgültig zurück nach Jordanien. Das heißt, ich werde eine Woche alleine sein und dann kommt mein zauberhafter Freund. Für Silvester haben wir sogar schon eine Einladung bei Giorgos und Nikolas Familienfeier bekommen.

Außerdem: Endlich fangen die Griechisch-Stunden an. Wir haben immer am Montag und am Freitag von 15 Uhr bis 16.30 Uhr Unterricht mit einer größeren Gruppe, die zum Großteil aus Rumänen besteht, aber auch eine Polin und zwei Australier beinhaltet. Einige von denen können schon besser als ich Griechisch, aber es gibt auch einige, die konnten bis heute noch gar nichts, außer Yeia sou und Yeia sas. Wir fangen beim „Urschleim“ an, was meint, Alphabet und „ich heiße, du heißt, er heißt, ich komme aus, er kommt aus, Zypern ist in Europa, usw“. Ich hätte zwar gerne schon ein bisschen mehr gemacht, weil ich ja dank meines super Sprachführers von – und er hat Werbung verdient – Langenscheidt und meiner zahlreichen Griechischlehrer für alle Gelegenheiten, schon relativ viel weiß, nur an der Sprachpraxis mangelt es. Aber so kann ich immerhin das, was ich schon gelernt habe wiederholen und üben, vor allem das Sprechen kann ich üben, weil unsere Lehrerin im Unterricht oft will, dass wir so kleine Dialoge machen.

Ich kann jetzt endlich auch mit meinem Mosaik anfangen, die bestellten Steinchen und der Kleber sind angekommen, bezahlt und die ersten auch schon auf das endlich passgenaue 22x22cm Quadrat aufgeklebt. Es wird schwarz-weiß in der Mitte und die Kante rot – rosa – rot.

Am Freitagabend haben wir bei uns einen DVD-Abend gemacht: Sherlock Holmes komplett auf Englisch mit Birnenkuchen und Chips. Vorher haben wir noch schnell das Wohnzimmer umgeräumt, weil es von Eva und Marios für kinoungeeignet befunden wurde. Und wenn Eva hat noch anderen Ideen gehabt, wie man das Zimmer überhaupt umräumen könnte, damit alles viel besser ist, aber das machen wir, wenn die anderen beiden Mädchen weg sind.

Noch was Schönes: Tagsüber ist es wunderbar sonnig und warm bis zu 20° Celsius. Allerdings geht es nachts trotdzem runter auf 2° Celsius. Am Samstag zum Beispiel war es nachts um eins so kalt, dass der Boden teilweise gefroren war, sodass Giorgos elegant auf den Hintern gerutscht ist. Dass ich um die Zeit noch unterwegs war kam so: Am Samstagabend war ich auf einer Gemeindeveranstaltung von Agros im Rodon-Hotel. Da war schon echt was los, also 200 Leute, von denen sich die meisten wirklich schick gemacht haben, es gab ein lecker Buffett, eine gute Live-Band mit griechischen/zypriotischen Coversongs und ein paar Reden über die nächsten Gemeindewahlen. Und irgendwo da zwischendurch ging Loukas nach vorne und hat mit einem von den Moderatoren gesprochen und deutete ein paar Mal mit dem Kopf auf mich und ich dachte mir nur „Oooooh Maaann…“. Bevor wir dort hingegangen sind, hab ich nämlich noch mit Loukas ein paar Sätze auf Griechisch vorbereitet, wer ich bin, wo ich herkomme, was ich in Agros mache, wie lange ich schon da bin, wie lange ich noch bleibe und dass ich Agros und Zypern mag und mich freue, hier zu sein. Allerdings dachte ich, dass wäre nur so für kleine Konversationen gedacht. Dementsprechend aufgeregt war ich dann auch, als dann irgendwann das Zeichen kam, dass ich jetzt an der Reihe bin, da war es auch schon zu spät, weil Loukas meinen Namen durch das Mikrofon schon verkündet hatte, also nichts mehr mit auf Toilette verstecken. Lustigerweise habe ich vorher noch eine griechische Redensart gelernt, „stin kokini pempti“, was so viel heißt wie „am roten Donnerstag“, was wiederum sovie heißt wie „NIEMALS!“. Das konnte ich natürlich sofort anwenden, als Nikolas sagte, er hätte gehört, dass ich eine kleine Rede halten würde. Im Endeffekt ist alles gut gegangen, ich hatte nur einen Aussprachefehler.

Später am Abend wurde noch viel getanzt und geplaudert, wie das hier so üblich ist. Und wiedermal hat es mich beeindruckt, wie gut die zypriotischen Wesen männlichen Geschlechts tanzen können, so richtig mit Hüft – und Armbewegungen, die nach Tanz aussehen, egal ob jung oder alt. Natürlich auch die Weibchen.

Das war leider auch schon alles, was mir zu letzter Woche noch eingefallen ist. Ansonsten warte ich sehnsüchtigst auf mein Nikolauspaket. Das heißt, heute gibt’s nichts in meinem Schuh. =( Aber das hole ich morgen nach.

UND: Es gibt immernoch niemanden zum Badmintonspielen, weil die Zyprioten zu beschäftigt sind, und meine Mitbewohnerinnen zu unmotiviert. -.-

Liebe Grüße,

Elisa

Sonntag, 27. November 2011

14. bis 27. November 2011

14. bis 27. November 2011 - Was ist passiert?

Hallo liebe Menschen, hier etwas über die letzten Wochen:

Mein zweiter Tag in der Rosenfabrik war auch nicht viel spannender als der erste. Nur, dass ich lustige Fotos von einer kleinen Katze machen konnte, die bestimmt einen Dämon oder sowas in sich trägt, denn es war unmöglich, ein niedliches Foto von ihr zu machen. Davon könnt ihr euch gerne selber überzeugen.

Nachmittags habe ich dann mal einen schönen Spaziergang im Regen gemacht und auch ein paar nette Fotos von Agros in regnerischer Herbststimmung.

Letzte Woche habe ich auch Königsberger Klopse gemacht, einmal als Vorbereitung auf die Länderpräsentation und dann nochmal für die öffentliche Premiere. Abgesehen davon, dass der Senf hier natürlich ein zartes Knötchen anders schmeckt als in Deutschland sind mir Klopse und Soße gut gelungen.

Das Kartoffelbrot, das ich machen wollte, ist irgendwie nix geworden. Ich glaube, dass hatte was mit der Hefe zu tun, weil es die hier nicht in Würfeln gibt, sondern nur als Pulver. Und da habe ich wohl irgendwas falsch gemacht. Dann eben nächstes Mal.

Den Donnerstagabend habe ich mit der Bastelei für unsere Präsentationen verbracht, weil wir auch irgendwie dekorieren sollten. Ich hatte die Idee Windlichter zu machen. Leider habe ich vergessen im finalen Zustand ein Foto von Backpapierbildchen um brennende Kerze zu machen. Sah aber echt gut aus. Ihr könnt ja jetzt mal raten, welche Bildchen für welche Länder stehen.^^

Am Freitag, dem Tag unserer Präsentation war es dann verhältnismäßig stressig für uns, weil wir gleich nach der Arbeit (höhö 13.00 Schluss) mit den Essensvorbereitungen anfangen mussten. Ich habe dieses Mal keine 300g Klopse gemacht, sondern gleich das Doppelte und außerdem den Streusel-Apfelkuchen. Im Nachhinein hat sich rausgestellt, dass der Boden etwas zu dick war und dass es ruhig mehr Äpfel hätten sein können, aber das hat dem Geschmack nicht wirklich Abriss getan und ich wurde für beides am Abend sehr gelobt. Und Andreas hat gesagt, Weihnachten kann ich zu ihm kommen und das machen.^^ Shiva hat Edamer – und Schokostreuselschnittchen gemacht und Elena Tortillas, was auch beides gut angekommen ist. Die Präsentation ist auch gut gewesen, ich hatte sogar ein paar Mal die Lacher auf meiner Seite, besonders als ich ein Video von einem bayrischen Tanz gezeigt habe. Die Länge war gerade so in Ordnung, eine halbe Stunde, da habe ich mich schon zusammengerissen. Elena hat mangels Englischkenntnissen zwei schöne Videos von Spanien und Almeria, ihrer Heimatstadt rausgesucht und Shivas Vortrag war in etwa so wie meiner. Nur das mein Layout schöner war. Hihi.^^ Nach den Präsentationen haben wir dann auch noch mit unseren Zuhörern geplaudert (etwa 15 an der Zahl) und ich habe „Kein Problem!“ auf Griechisch gelernt. Außerdem haben wir beschlossen irgendwann mal eine Herr- der- Ringe – Nacht zu machen, weil alle irgendeinen Teil der Trilogie noch nicht gesehen haben. Später hatten wir noch Einzelbesprechungen mit dem Team, das uns betreut (Loukas, Eva, Andreas und Giorgos). Zum Glück haben sie an mir nichts auszusetzen. Also alles in bester Ordnung. Nur Shiva und Elena fühlen sich eben nicht wohl und das merkt man auch. Den nächsten Tag haben Elena und ich zuhause verbracht. Sie hat endlich auch Internet, und kann jetzt auch Videos auf ihrem eigenen Computer schauen und Emails schreiben, wann sie will. Shiva war Samstag und Sonntag in Nikosia unterwegs und hat dort von irgendwem eine dicke Jacke und ein paar Nike-Socken bekommen (Socken hat sie nämlich erst gar nicht mitgenommen :D).

Am Sonntag sind Elena und ich dann durch Agros geschlendert, denn von Samstag bis Montag war hier ein Festival zu Ehren des Namenstags der hiesigen Kirche (hab schon wieder den Namen vergessen). Da gab es ziemlich viele Stände mit Süßigkeiten und Anziehsachen und Schmuck und gegrillten Maiskolben und solchem Kram. Es waren auch unheimlich viele Leute da, die das ganze Dorf mit ihren Autos vollgestellt haben. Im Jugendzentrum hat uns Andreas voller Stolz seinen zwei Monate alten Sohn Nikos gezeigt, der wirklich ein ruhiges Baby ist. Noch.

Am Abend habe ich mit Eva und Giorgos und Efstanthia wieder Karten gespielt und wir haben zusammen gegessen (lecker Souflaki und Pommer und Pita und Salat und so). Da hat man mich dann auch genötigt Wein zu trinken und alle Zyprer haben ihr „Prost!“ zum Besten gegeben, was bei Andreas lustigerweise mehr wie „Brust!“ klang. Das habe ich dann auch erklärt und es wurde als lustig befunden.

Am Montag habe ich wieder laaaange ausgeschlafen. Eigentlich wollte ich 8 Uhr zum Gottesdienst gehen, der hier eigentlich von 6 Uhr bis 11.30 Uhr geht. Aber dann bin ich mit dicken Kopfschmerzen aufgewacht und da habe ich mich dann nicht in der Lage gefühlt, das aufzunehmen. Zum Mittagessen gab es eine Suppe mit irgendeiner Rübensorte, die hier landestypisch ist. Hat eeecht lecker geschmeckt.

Später bin ich dann nochmal ins Jugendzentrum gegangen. Dort haben wir noch Karten gespielt und ich habe eine Runde gebrannte Mandeln ausgegeben. Giorgos ist außerdem mit so einem Widerstands-Messgerät oder was auch immer rumgerannt und hast das alle ahnungslosen Leute (einschließlich mir) mal ausprobieren lassen. Also wir haben dann einen kurzen Stromstoß gekriegt, natürlich haben wir uns ganz schön erschreckt, aber er meint, das wäre nicht gefährlich wegen was auch immer Amperezahl oder so wie auch immer.^^ Mit Efstanthia und Eva und Despina bin ich an dem Tag bestimmt auch drei – oder viermal die Straßenstände hoch und runter gelaufen, das machen die hier so. Wahrscheinlich um das ganze Essen besser zu verdauen. =)

Die nächsten Tage war ich im Altersheim dann mit Faroula unterwegs, die den alten Leutchen den Kaffee und den Kuchen am Morgen serviert, die Wäsche macht und die Bewohner zum Essen in die Etage -1 fährt. Ich darf jetzt sogar schon alleine den Kaffee kochen für die Bewohner und das Personal. Wer da jetzt lacht, weiß nicht, dass man zyprischen Kaffee nicht mit der Kaffeemaschine macht, sondern auf dem Herd in kleinen Töpfchen und natürlich hat jeder seine Extrawünsche, sodass ich alleine vier verschiedene Kaffeesorten mache mit und ohne Zucker, doppelt oder einfach Wasser, außerdem Milch mit Nährpulver oder Nescafé oder Rosensirup oder Milch mit Zucker und dann muss ich mir auch merken, wer was bekommt. Außerdem reiche ich den Bewohnern auch das Mittagessen, wenn Hilfe benötigt wird. Ab nächster Woche bin ich dann wieder in der Küche.

Mittwoch waren wir im Universitätskino in Nikosia, wo wir uns einen Film über den Zypern-Konflikt angeschaut haben mit Loukas und Giorgos. Da ging es um sechs Zyprioten, drei aus dem türkischen Norden und drei aus dem griechischen Süden, die eine Woche lang zusammen gelebt haben und sich geschichtsträchtige Orte der zyprischen Geschichte angeschaut haben. Natürlich war es sehr interessant zu sehen, wie sich die Meinungen über die Geschehnisse unterscheiden, oder was beide Seiten in der Schule oder von den Nachrichten erzählt bekommen, da gibt es zum Teil beträchtliche Unterschiede. Besonders beeindruckt hat es mich, als zwei von den griechischen Zyprioten in einer Hafenstadt im türkischen Teil von ihren Gefühlen so überwältigt waren, dass sie angefangen haben zu weinen. Das ist für Menschen, die selber keinen solchen historischen Hintergrund in ihrem Leben haben, nur schwer nachvollziehbar, aber anscheinend fühlen viele Zyprioten, egal welcher Seite ähnlich. Loukas zum Beispiel, habe ich hinterher gefragt, ob er auch schon mal in dieser Stadt war und wie er sich dort gefühlt hat. Er meinte, dass es für ihn ähnlich emotional war und dass es wohl eine Mischung aus Traurigkeit und Wut und irgendetwas ist, was man wohl so beschreiben kann, wie einen Schmerz darüber, dass das Land, von dem man fühlt, dass es zu einem gehört, wie das Laufen, das Essen oder das Atmen, zu Unrecht geteilt ist. Dass viele Menschen von dort vertrieben wurden, oder in diesem Konflikt ihr Leben auf die eine oder andere Art gelassen haben. Auf jeden Fall muss für viele dieses Gefühl unheimlich stark sein, was mich wiederum stark beeindruckt hat. Wenn man Zyprioten nach einer Wiedervereinigung der beiden Teile fragt, sind die Meinungen gespalten. Einige wollen sie und denken, dass es zu viele andere gibt, die sich nicht wollen. Andere wollen sie, aber denken, dass das ein Prozess von mehr als 50 Jahren werden wird. Wieder andere sind gegen eine Vereinigung. Manche sagen, dass beide Staaten unabhängig sein sollten. Was heißt, dass Zypern bleibt, was es ist, eine Republik und dass der türkische Teil endlich unabhängig wird von der Türkei, die das den türkischen Teil sowohl politisch als auch wirtschaftlich in Abhängigkeit behält (dafür, dass diese Info stimmt, gibt es natürlich keine Garantie. Aber ganz ehrlich: Klingt die Version „Nein, die Türkei würde so etwas nie tun und warum auch!?“ glaubwürdiger? Fakt ist, dass die Türkei den Norden Zyperns besetzt hält und diesen Teil als einziger Staat der Welt als ein eigenes „Land“ anerkennt. Das ist auch der Grund, warum wir nicht versichert sind, wenn wir Ausflüge nach dort machen. Ihr seht also, das ist eine komplizierte Geschichte, deren für Lösung es sicherlich noch einige Zeit brauchen wird. Im Kino saßen außerdem hinter mir einige junge Leute und einer von denen hatte einen Englisch-Akzent, der sich ganz verdächtig nach Deutsch angehört hat und siehe, es war wahr. Die beiden jungen Menschen habe ich dann hinterher auch eingeladen doch mal nach Agros zu kommen, wenn sie wollen. Sind Couch-Surfer.

Vor dem Kino waren wir Kaffeetrinken in einem Laden namens „Cinnabon“ wo es unglaublich gut aussehende Zimtrollen und Muffins gibt, die auch genauso gut schmecken, wie sie aussehen.

UND: Am Mittwoch war hier ein wichtiges Fußballspiel, bei dem eine kleine Mannschaft ein "großen" Schritt in Richtung irgendeines Finales irgendeiner Liga gemacht hat, das lasse ich mir auch nochmal erklären. Jedenfalls sind die Leute in Nikosia abgegangen wie Schmidts Katze, gehupt, Fahnen geschwenkt, Runden mit dem Cabrio gedreht, als hätte Zypern die Weltmeisterschaft gewonnen.:D

Nachmittags haben wir die Woche ansonsten damit verbracht unsere Blind-Dinner-Aktion vorzubereiten. Dabei ging es darum, was Leckeres zu essen, allerdings mit verbundenen Augen und im Dunkeln. Shiva hatte die Idee dazu und ich habe die Einladungen und Poster gemacht und Musik ausgesucht mit Elena und das Essen mit eingekauft und ein paar Spiele ausgesucht, die natürlich auch was „mit ohne Augen“ zu tun hatten. Es gab zum Beispiel ein „Blindenstockrennen“, oder ein Partnerspiele, wo immer einer verbundene Augen hat und seinen Partner irgendwo im Raum durch dessen Zuruf finden muss. Die habe ich dann auch durchgeführt, ganz alleine, quasi als Chef, also ich musste Aufmerksamkeit kriegen und sagen, was zu tun ist und das Spiel starten und so. Das war voll komisch, weil Eva versucht hat, mir so ein bisschen die Führungsposition zu geben, weil Shiva und Elena sich nicht verantwortlich gefühlt haben oder sie zumindest die Spiele nicht mochten, also generell Spiele nicht so mögen. Und Eva will mir sowieso helfen wollte, mich in die Rolle eines Organisators einzufinden, weil wir ja sowas demnächst vermehrt machen. Das ist natürlich erst mal ein komisches Gefühl, weil ich ja sonst nicht so der Super-Koordinator bin, vor allem was Events oder Parties angeht. Die, die mich kennen, müssen jetzt bestimmt schmunzeln. =) Das ist dann eine Sache mehr, die ich kann, wenn ich nach Deutschland zurückkomme. Das Menu, was wir auch machen sollten, haben dann die Zyprioten (glücklicherweise) zusammengestellt, weil wir das irgendwie nicht auf die Reihe gekriegt haben und Shivas Vorstellungen vom Menu relativ unvereinbar mit dem zypriotischen Geschmack sind. Und die haben sich auch um den Platz gekümmert und das Budget aufgestellt und so. Hatte schon ein bisschen ein schlechtes Gewissen. Aber immerhin habe ich sowas ja auch noch nicht oft gemacht, also sehe ich das als Übung und der Abend war alles in allem sehr gelungen. Bei den Spielen haben zwar nicht alle mitgemacht, aber immerhin einige. Um drei haben wir angefangen, das Essen vorzubereiten. Das war alles megalecker. Es gab sowas wie dünnes Fladenbrot, beschmiert mit Philadelphia und Truthahnbrust und Salat, das wurde dann zusammengerollt und fertig, dasselbe gab's auch noch mit Tuna-Zwiebel-Mais-Mischung. Und wir hatten Cäsar-Salat mit Käse und Croutons und Hühnerbrust und Griechischen Salat mit allerlei Gemüse und Nudelsalat mit Mais, Kochschinkenstückchen und glatter Petersilie und Mais und sowas panierte Hähnchenbrust, gefüllt mit Pilzen und Reis mit Gemüse und gebackene Kartoffeln und Hackfleischbällchen und Tunabällchen und Chickennuggets und Bruschetta und Shiva hat einen Bananen-Zimt-Mandarinen-Nachtisch gemacht, der war lecker und Efstanthia hat Kalten Hund gemacht und das war alles mega deliziös und das haben wir dann mit verbundenen Augen und im Dunkeln gegessen, das war echt lustig und spannend, weil wir eben manchmal auf eine leere Gabel gebissen hatten oder ein Riesenstück Fleisch oder eine halbe Kartoffel auf der Gabel hatten, was dann echt lustig war, die sich die Augen nicht verbunden hatten. Manche sind auch rumgegangen und haben die Spritegläser mit Zivania vertauscht oder auf die Gabel, die du grade zum Mund führst, ganz viel Salz gestreut, das war echt lustig. :D:D Es war natürlich auch mal eine ganz andere Erfahrung, wenn man Leute lachen hört, aber nicht weiß warum, weil man nichts sieht und weil man die Sprache nicht versteht, was natürlich einiges an Unsicherheit hervorruft. Wir hatten außerdem die anderen EVS-Volontäre aus Nikosia und Limassol eingeladen, aber gekommen sind letztendlich nur die drei deutschen Mädchen aus Nikosia, Nina, Anna und Julia, die auch bei uns übernachtet haben.

Am folgenden Tag haben wir mit Julia und Nina auch noch eine kleine Führung durch das Dorf gemacht, und einen Vanille/Schoko-Paradies-Creme-Keks-Banane-Dessert gemacht, das eeecht lecker war. Anna musste leider schon ein bisschen eher weg, weil sie vom Vortag noch so fertig war.

An einem Abend der Woche waren wir auch im Haus von Despinas, Nikolas und Vasilis Eltern. Dort haben wir Tee getrunken und geplaudert und „Das perfekte Dinner“ geschaut und haben uns Fotos von Vasilis Hochzeit angeschaut. Wissenswertes über zypriotische Hochzeiten: Die Hochzeitsfeiern sind aufgeteilt in Cocktail-Party und die „richtige Feier“. Zur Cocktailparty ist das ganze Dorf eingeladen bzw. alle Leute, die man auch nur entfernt kennt. Das heißt, dass auf diesen Hochzeiten bis zu 2000 bis 3000 Leute kommen, und das ist kein Scherz. Und die bringen alle ein Geldgeschenk mit, was heißt, dass man für das Geld, das man für die Hochzeit ausgibt, auch einiges zurückbekommt, sodass man anfangen kann, ein Haus zu bauen, oder ein paar Autos zu kaufen oder das Designer-Brautkleid zu bezahlen oder eine Weltreise zu machen oder was auch immer. Zur „richtigen Feier“ sind dann Freunde und Verwandte eingeladen. Naja, und so gibt es auf jeden Fall einen großen Hochzeits-Geld-Kreislauf, denn fast jeder Zypriote heiratet einmal, wo er auf jeden Fall eine Stange Geld bekommt, wobei er natürlich für die eigene Hochzeit auch eine Menge Geld ausgibt, sowie er auch im Laufe seines Lebens auf viele Hochzeiten geht, bei denen er Geldgeschenke vergibt. Man geht übrigens auf jeden Fall zur Hochzeit, egal zu welcher der beiden Feiern, aber man muss auf jeden Fall vorbeischauen und wenigstens das Geschenk abgeben. Die Bilder von Vasilis‘ Hochzeit waren jedenfalls unglaublich schön, ebenso wie Vasilis‘ Frau und ihr Brautkleid. Die Bilder aus der Kirche sehen aus wie die Ausmaße von William und Kate, eben nur nicht ganz so berühmt. Wirklich traumhaft. Demnächst wird es auch ein süßes Baby geben, dem schon himmelblaue Schühchen mit Silberknöpfchen und ein zartes Mützchen mit eingeflochtenem weißem Seidenband gestrickt wurden. Wenn ich später mal ein Baby bekomme, werde ich auch eine Bestellung für sowas Zartes aufgeben. Allerliebst.

Und jetzt bin ich endlich damit fertig, meine letzten beiden Wochen grob zusammenzufassen.

Ach ja, vielleicht kann ich demnächst sogar immer mal Badminton im Geistersportzentrum spielen gehen, weil Sets und Platz genug da sind. Fehlt nur noch jemand, der spielen will.^^

Liebe Grüße,

Elisa